Anreise mit Komplikationen

Vorab: sorry, dass ich jetzt erst hier schreibe. Die Anreise hat sich für mich leider als Horror-Trip erwiesen. Kurz die ganze Story von vorne: am Donnerstag Abend habe ich mich von meinen Freunden verabschiedet. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ich niemals damit gerechnet hätte, dass sich an einem Donnerstag Abend so viele die Zeit nehmen Tschüss zu sagen. Ich kann auch nicht sagen, wie geehrt ich mich gefühlt habe, als ich erfahren habe, dass sich jemand sogar Urlaub für mich genommen hat am Freitag. Und dann kamen noch die unglaublich liebevoll gestalteten und zeitaufwendigen Abschiedsgeschenke, die mich total überwältigt haben. Ihr seid einfach die tollsten Freunde, die man sich überhaupt wünschen kann. Danke hierfür. Verständlicherweise hat mir das allerdings den Abschied nicht unbedingt leicht gemacht... Nach einem kurzen Nickerchen im Auto und knapp 9 Stunden später war Nizza endlich in Sicht. Die Fahrt an sich war schon als Beifahrer ziemlich stressig durch die ganzen Ländergrenzen...Aber was in Nizza dann noch auf mich zukam, damit hätte ich nicht gerechnet. Wir hatten beschlossen zuerst in das Hotel meiner Eltern zu fahren. Der Plan war einzuchecken und uns kurz frisch machen, damit wir dann meine ganzen Sachen in mein neues Zimmer fahren können. Vor dem Hotel war es schon absolut unmöglich einen Parkplatz zu finden also hatten wir an der Rezeption nach einem Parkplatz gefragt und wurden auf eine Tiefgarage verwiesen. Die Rezeptionistin hat sich das Auto angeschaut und gesagt, dass das passen würde. Zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht bewusst, wieso sie sich das Auto ansehen wollte. Doch als wir dann mit dem Auto in der extrem engen und kleinen Tiefgarage waren, wurde uns schlagartig klar, dass unser Auto für diese Höhe nicht passt. Sprich kurz und knapp: wir sind an der Decke hängen geblieben. Man kann nun erahnen wie die Stimmung im Auto war. Hierbei sei gesagt, dass ich manchmal etwas temperamentvoll bin und diese Gene wohl eindeutig von meinem Vater sind. Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch, haben wir beschlossen zuerst Ruhe zu bewahren und nochmal auf das Hotelzimmer zu gehen, um sich eine neue Strategie zu überlegen. Zu dieser Zeit (ca. 13 Uhr) hatten wir alle drei weder wirklich etwas gegessen noch viel getrunken und übermüdet waren wir logischerweise auch. Nach größerem Hin und Her erschien es am einfachsten das Auto beladen aus der Tiefgarage zu fahren, da durch das Gewicht das Auto dann doch etwas tiefer war als unbeladen. Dadurch ergab sich allerdings das neue Problem: Wo stellen meine Eltern das Auto hin, wenn sie wieder im Hotel ankommen? Noch nicht wirklich sicher, wie man das Problem am besten angehen sollte, sind wir zuerst ins Hotel gelaufen, um den Schlüssel bei meiner neuen Mitbewohnerin abzuholen. Dies hat dann wenigstens ohne Probleme zu Fuß gut funktioniert. Während ich im Hotel war, hat mein Papa eine Zange gefunden in einem ich würde es jetzt "Tante-Emma-Laden" nennen und hatte die Idee den Dachgarten auf seinem Auto abzuschrauben und somit würde das Auto dann ja der benötigten Mindesthöhe der Tiefgarage entsprechen. Mit viel Hoffnung haben wir uns also wieder auf den Weg zur Tiefgarage gemacht und nach ca. 15 Minuten und 2 Schrauben, die nicht unbedingt so wollten wie wir, hatten wir es endlich geschafft. In der Wohnung angekommen hatten wir sogar einen Aufzug, um meine Sachen ziemlich reibungslos hoch zu schaffen. Die Wohnung an sich ist sehr schön und ich habe wie gesagt einen eigenen kleinen Balkon und wir haben eine Badewanne, was absoluter Luxus hier bei bezahlbaren Mieten ist! Nachdem meine Eltern dann gegangen sind, hatte meine neue Mitbewohnerin einen Freund organisiert, der kochen sollte. Dummerweise hat sie sich im Dienstplan geirrt und hatte Spätschicht anstatt Frühschicht, was bedeutet, dass sie erst um 22:30 Uhr selbst zuhause war. Somit war ich alleine mit 2 Männern, die französisch gesprochen haben. Kurz kam noch eine Freundin von ihr, welche Deutsch spricht, aber sie hat leider nur schnell was vorbei gebracht. Ich habe zwar fast alles verstanden, aber es war unglaublich schwer für mich zu antworten, da ich seit längerem schon kein französisch mehr gesprochen habe. Was auch noch dazu kam, dass es Freunde von dem verstorbenen Freund meiner Mitbewohnerin waren und beide somit mindestens 20-30 Jahre älter als ich waren. Da ist die Sprachbarriere dann das erste Mal so richtig zum Tragen gekommen. Als meine Mitbewohnerin dann gekommen ist, haben wir alle zusammen gegessen. Es gab Hühnerbrühe (selbstgemacht) mit Huhn, Kartoffeln, Karotten und Lauch. So eine Art Eintopf... Es war echt lecker und eine sehr schöne Willkommensgeste, aber ich muss zugeben, dass ich sehr froh war, als ich um 3 Uhr endlich im Bett war. Das war mein erster Tag in Nizza und ich denke, wenn es schon so anfängt, dann kann es eigentlich nicht mehr schlimmer kommen. Was wir definitiv daraus lernen sollten: Niemals mit dem Auto nach Nizza und wenn dann nur mit einem Mini Ich bin immer noch ziemlich müde und habe Morgen meinen ersten Arbeitstag. Ich kann daher noch nicht versprechen, wann ich die Bilder hoch lade, die ich bis jetzt gemacht habe. Ich halte euch auf dem Laufenden. Und ja ich muss sagen, ich vermisse euch jetzt schon sehr!!!

11.2.18 18:25

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